Abrechnung mit Stalin

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Genre: News/Info

Sender: Eins extra

Sendezeit: 20.02.2012 21:16h

Moskau. 25. Februar 1956. Am Ende des XX. Parteitags der sowjetischen Kommunisten hält Kremlchef Nikita Chruschtschow eine fünfstündige 'Geheimrede'. Er redet über seinen Vorgänger, über Josef Stalin, stellt den Gottgleichen an den Pranger. Spricht das bis dahin Unaussprechliche aus. Stalin - ein Verbrecher, ein Wahnsinniger, ein Massenmörder. Die Demontage einer Ikone. Die Zuhörer sind geschockt. In nur wenigen Stunden bricht eine Welt zusammen, stützt Chruschtschow den Tyrann vom Sockel. Erdbebengleich. Kurz darauf platzt die nächste Bombe. Die New York Times veröffentlicht die 'Geheimrede'. Durch die Veröffentlichung, so hofft man im Westen, wird der Ostblock destabilisiert. Inzwischen wird die Rede auch Millionen Parteimitgliedern in der Sowjetunion verlesen. Chruschtschow hofft mit der 'Entstalinisierung' einen neuen Sozialismus aufbauen zu können. Doch das 'Tauwetter' verursacht gefährliches Hochwasser. In Moskaus Satellitenstaaten beginnt es zu brodeln. Am 28. Juni 1956 gehen 100.000 Arbeiter in Poznan auf die Straßen. Anfangs fordern sie nur 'Brot', dann 'Weg mit den Russen'. Das Gefängnis wird gestürmt, die Stasi-Zentrale in Brand gesetzt. Die Regierung lässt die Revolte blutig niederschlagen. Monate später kommt in Polen ein neuer Mann an die Macht. Wladislaw Gomulka. Als Ende Oktober in Ungarn ein Volksaufstand ausbricht, greift Moskau brutal ein. Aus dem Reformer Chruschtschow wird wieder der gelehrige Zögling Stalins. Der im Mai 2006 mit dem Bayerischen Fernsehpreis ausgezeichnete Film rekonstruiert die dramatischen Ereignisse des Jahres 1956. Wie kam es zur Abrechnung mit dem Diktator? Welche Motive hatte Chruschtschow? Wie kam die streng geheime Rede in die Öffentlichkeit? Welche Folgen hatte das? Zeitzeugen aus aller Welt: ehemalige Politiker, Geheimdienstler, GULAG-Häftlinge... Sie erinnern sich noch einmal an das Schicksalsjahr 1956. An die historische Zäsur, die ihr Leben, das von Millionen Menschen und das Jahrhundert selbst in ein 'Davor' und ein 'Danach' teilte.

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